Mittwoch, 14. Mai 2014

Wieder zu Hause

Seit dem 2. Mai sind wir wieder zu Hause. Die Zeit nach unserem letzten "blog-Eintrag" verlief  un- heimlich schnell, so dass wir nicht mehr dazu kamen, weitere Einträge zu schreiben.
Einen herzlichen Dank dem deutschen Team für ihre Arbeit und ihren Einsatz. Ihr wart tolle Leute.
Einen Dank auch an unsere langfristigen Freiwilligen Susanne, Simone und Jonathan für euer Engagement. Wir wünschen euch noch eine gute Zeit.
Danke an alle, die uns mit ihren Gedanken und Gebeten während unserer vier Monate in Haiti begleitet haben.

Freitag, 25. April 2014

Einsatz der Freiwilligengruppe

Die 12 Tage des Einsatzes der deutschen Gruppe (9 Personen) geht morgen (Samstag, den 26.Mai) mit dem Abflug zu Ende. Sie haben u.a die beiden Wohngebäude der Kinder und Teenagern gestrichen. Bedingt durch den rauhen Putz war es eine langwierige Aufgabe und der Bedarf an Farbe war entsprechend hoch. Nun sehen die beiden Gebäude richtig gut aus. Innen wurden die sanitären Räume  mit allen möglichen Utensilien ausgestattet. Das ist alles recht hübsch geworden. Einer unserer einheimischen Mitarbeiter hat einen Regenbogen an eine Innenwand gemalt und die Kinder haben mit ihren angemalten Händen verschiedene Farben ringsherum auf die weißen Wänden draufgedrückt. Jetzt sieht das Gebäude im Innenbereich kindgemäßer und freundlicher aus.
Die Freiwilligen haben sehr engagiert gearbeitet und ihre Gedanken und Anregungen in die Abläufe der einzelnen Arbeiten eingebracht. Wir hatten alle Hände voll zu tun sie mit jeweils den Werkzeugen und Materialien zu versorgen. Die Tage waren lang und die Abende, die eh schon kurz sind, noch etwas kürzer.
Auch haben einige der Freiwilligen an den Tagen von Mittwoch bis Ostermontag ein Kinderprogramm angeboten, an dem meisten Kinder teilnahmen und ihnen viel Freude gemacht hat.


Nun, deren Zeit ist nun zu Ende, wir bringen sie morgen zum Flughafen und werden noch etwas
in der Stadt bleiben.
Da der Strom weg ist und alle möglichen Nachtmücken mich und den Laptop umfliegen, muss ich jetzt Schluss machen. Ich hoffe morgen noch einmal was schreiben zu können.
   

Mittwoch, 16. April 2014

Festgottesdienst zu Ehren der Ehepaare

Vergangenen Sonntag gab es hier einen Gottesdienst, den sie "fete de marriage" nannten. Alle Ehepaare der Gemeinden waren besonders eingeladen und nahmen um einen großen Tisch Platz, der inmitten des Gottesdienstraumes stand. Dieser war festlich geschmückt und Kuchen und Getränke standen darauf. Die Tischdecke hatte Roswitha vor Wochen der Gemeinde überreicht, als ein Geschenk aus Äthiopien. Als besondere Elemente sangen ein Kinderchor und ein Erwachsenenchor. In der  Predigt wurde die Bedeutung der Ehe hervorgehoben und in Gebeten wurde für die Ehepaare gebetet und den Segen Gottes für sie erbeten. Gegen Ende des Gottesdienstes sollten wir auch was sagen, was wir taten und auch den Weg des Tischtuches beschrieben.
Dann wurden Kuchen und Getränke ausgeteilt, während sich die sonstigen Gottesdienstbesucher schon auf den Heimweg machten.  Bemerkenswert war, dass sie auch Frauen und Männer einluden, die verheiratet sind, aber getrennt leben. Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Offenheit die ansonsten eher konservative Pfingstgemeinde mit diesem Thema, und damit mit den Lebenswegen von Menschen umgeht.  
In der Gemeinde war dies die erste derartige Veranstaltung und sie wollen sie wiederholen, vielleicht jährlich, um Paare, die unverheiratet zusammenleben, zur Eheschließung zu ermutigen.
   

Haitianische Beerdigung


Einer unser Hausmeister kam vor einigen Tagen mit  ganz trauriger Mine auf uns zu und sagte mit eindeutiger Handbewegung, “Schwester gestorben“…. konnten uns  leider  nicht mehr mit ihm verständigen (kreol) und  so brachten wir nur noch  aus ihm heraus, de pitit gason (kreol), dass sie 2 kleine  Söhne hat.

An  Beerdigung nimmt man wie auch bei uns teil,  um seine Anteilnahme auszudrücken.

Um 3h sollte es los gehen,  ich fragte haitische Zeit oder German time,  bekam nur ein Lachen als  Antwort. So eine Frage natürlich, haitianische Zeit. So ging es dann,  diesmal nur 20 Min. später als verabredet, los.

Vor dem Tor, Ca-Ira downtown (geschätzte Einwohnerzahl hundert Familien)kamen noch einige weitere Mitarbeiter aus dem Orphelina (Waisenheim), die im Dorf wohnen, angerannt, genau „pünktlich?“ 25 Min nun inzwischen später, weitere Mitfahrerinnen kamen auch,  wie als ob die Verspätung  genau abgesprochen wäre zu den verabredeten Treffpunkten,  jeweils  noch weitere 5 Min. später.  Keiner musste warten, nur ich  hatte warten müssen. Irgendwie habe ich es mit den Uhrzeiten  noch immer nicht  so richtig  raus und warte  halt….

In Leogane  angekommen,  gingen wir in eine  der vielen halbfertigen Beton- Kirchen zum Gottesdienst.

 Im hinteren Teil der Kirche lag ein Teppich auf dem  rohen Betonboden , in einem  weißen  mit Blumen geschmückten Sarg ,  mit einem offenen Teil  des Deckels, lag Totos Schwester Rosanna friedlich und sehr schön zurechtgemacht, wie schlafend  da. Die Familie um sie versammelt, damit sie und  die Gottesdienstbesucher Abschied nehmen können.

Für alle wirklich  eine Zeit Abschied nehmen zu können. Auch für mich  als Fremde, die die Tote nicht kannte,  war es so viel eindrücklicher u. besser zu  begreifen, um wen hier getrauert wird.  Mir hat es gefallen, denn ich empfinde es wie auch schon in anderen Ländern erlebt, als  sehr hilfreich.

Im  kargen, halbfertigen Raum war  klassische Musik, die ein junger Mann auf seinem Recorder ertönen ließ, zu hören, die  dem  Ganzen eine feierliche Atmosphäre  verlieh.

Einer unserer Lehrer aus der Schule bat mich, Bilder von der Toten und der Familie zu machen. Rosanna alleine, und mit der gesamten Familie um sie versammelt. Wenn man genug Geld hat bestellt  man einen Fotografen der Bilder macht und von der gesamten Trauerfeier  ein Video anfertigt.

Zwei“ Pasteurs“  waren an der Predigt beteiligt.

Am Beginn des Gottesdienstes fing eine  weitere Schwester Totos an, sehr lautstark zu klagen und vor Verzweiflung die Arme emporzustrecken. All ihren  Kummer zu Gott zu schreien,  sicherlich gut und   befreiend.  Der  Pfarrer sagte aber mahnend  zwei Mal „silance“.  Jemand setzte sich zu ihr und sie wurde etwas ruhiger …. der Gottesdienst konnte weitergehen.

Am Ende des Gottesdienstes klagten dann auch noch zwei weitere Frauen sehr lautstark ihr Leid und eine junge Frau  die am Boden lag, wälzte sich verzweifelt hin und her.

Wir liefen dann alle hinter dem Sarg durch Leogane zum Friedhof, bei glühender Hitze.

Bei einer anderen Beerdigung war eine große Blaskapelle vor dem Sarg hergelaufen und die Trauernden  liefen im Tanzschritt hinterher. Je nachdem ob man das nötige Geld dafür zusammen bekommt. Üblich  ist, dass alle  finanziell mithelfen.

Leider konnte ich nicht mehr miterleben, wie es auf dem Friedhof weiterging, denn unser Chauffeur wartete schon auf uns, um uns nach Hause zu bringen.

Später kam Toto dann bei uns vorbei und bedankte sich sehr herzlich, dass ich an der Beerdigung teilgenommen habe und ob er denn auch einige Bilder bekommen könnte.

 

Montag, 14. April 2014

Frauen am Steuer

Sicher erinnert ihr euch noch an unsere früheren Berichte über die Erfahrungen bei Polizeikontrollen.
Also vergangene Woche hat unser Test geklappt: Vor einer Stelle, wo die Polizei oft kontrolliert, haben wir die Plätze gewechselt und Roswitha fuhr weiter und wir wurden angehalten. Aber nicht wegen der Kleidung, sondern wegen der Papiere. Also doch Benachteiligung des Mannes: Ich darf nicht mit Achselshirt am Steuer sitzen, aber Roswitha mit Spaghettiträgern.
Heute dann wieder folgendes: Wir wurde an anderer Stelle angehalten und der Polizist hat mir gesagt, und sogar mein Achselshirt angefasst, damit dürfe ich nicht Auto fahren. Er ließ uns dann doch weiter fahren, mit der Ermahnung das nächste Mal "ordentlich" gekleidet zu sein, oder wie er das auch immer sagte. Roswitha fragte noch, ob es dafür ein Gesetz gäbe, aber er antwortete nicht darauf.
Kleiderordnung für den Straßenverkehr in Haiti? 

Freitag, 11. April 2014

Ergehen

Uns geht es nach wir vor gut. Wir sind gesund und munter und können unsere Aufgaben wahrnehmen.
Roswitha ist fast den ganzen Tag jeweils beschäftigt, die neue haitianische Mitarbeiterin in ihre Aufgabe als Koordinatorin für das Gästehaus einzuführen, bzw. sie in den anstehenden Aufgaben zu beraten und zu begleiten. Das ist einerseits die Korrespondenz per E-Mail mit zukünftigen Gruppen oder Einzelpersonen, die als Gäste kommen, und andererseits die praktischen Dinge, wie und was im Gästehaus hergerichtet werden muss. Das geht vom Einkauf der Lebensmittel (fürs Frühstück) bis hin Betten herrichten. Das ist recht langwierig, da die junge Frau in solchen Dingen noch keine Erfahrung hat, doch sie lernt dazu. Wenn wir und die andere Freiwillige weg sind, muss sie diese Aufgabe alleine erledigen.
Meine Aufgabe besteht weiterhin in der Begleitung des Baus und jetzt in der Endphase des Baus der Wohnhäuser der Mädchen und Jungens  insbesondere in der Beachtung allen dessen, was hier und dort noch gemacht werden muss. Die Kleinigkeiten wollen kein Ende nehmen.
Doch in 2.5 Wochen kommt  unsere Abreise. Bis dahin soll noch möglichst viel getan werden. Nach uns kommt dann Art Drawding wieder, der per Stahlkonstruktion die Verbindung zwischen beiden Häusern errichten wird, was dann die convention hall (Versammlungsraum) wird.
Wir fliegen am 1. Mai los und kommen über New York am 2. Mai vormittags in Frankfurt an. Christopher wird uns am Flughafen abholen.
Also dann, bis bald.

Deutsche Gruppe kommt

An diesem Wochenende kommt eine deutsche Gruppe mit 10 Personen. Sie werden zwei Wochen hier sein. In der ersten Woche werden einige von Mittwoch bis Sonntag ein Kinderprogramm durchführen, ansonsten wird viel gestrichen werden. Im Wohnhaus der Jungen sind die Räume innen ein zweites Mal zu streichen und im Wohnhaus der Mädchen wird mit dem Außenanstrich begonnen. Außerdem sind Eingangstüren (gespendete Stahltüren) zu reinigen und zu streichen. Dazu kommen viele kleine Dinge, die aber in der Hauptsache wir selbst erledigen.
Das wird eine gefüllte Woche werden, denn unsere Aufgabe ist es, die Freiwilligen mit allem Werkzeug und Material zu versorgen, was sie brauchen. Das gibt viel Lauferei.
Die Gruppe wird im sog. Gästehaus wohnen und essen. Mittag- und Abendessen werden wir mit ihnen gemeinsam haben. Zwei Ausflüge sind geplant und kurze Strandbesuche.


Wir wünschen allen eine erfüllte Osterwoche und den Schülerinnen und Schülern fröhliche Osterferien.